Theaterbeleuchtung, Bühnenbeleuchtung, Beleuchtungseinrichtung, Theater-Lichtgestaltung

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Einleuchten einer Bühne / Szenenfläche

Inhaltsverzeichnis
1. Grundlicht und Spielzonenlicht als Grundlage der Beleuchtungseinrichtung
2. Prinzip einer Grundlicht-Einrichtung (schematisch)
3. Grundlicht-Varianten
4. Das Einleuchten einer Bühne in der Praxis

Grundlicht und Spielzonenlicht als Grundlage der Beleuchtungseinrichtung
Ausgangspunkt für das Einleuchten einer Bühne sind im Wesentlichen zwei Anforderungen:
1. Die Erzeugung eines optimalen Personenlichtes an jedem Punkt der Spielfläche
2. Die Aufteilbarkeit der Spielfläche in sinnvolle / zweckmäßige Spielzonen

Die erste Anforderung ergibt sich aus den Ausführungen zum Personenlicht
Die zweite Anforderung ist eine ökonomische. Ihre Erfüllung ermöglicht es, einen großen Teil der (lokal begrenzten) Spielszenen aus dem Grundlicht zu bedienen.

Erfahrungsgemäß kann man mit den Komponenten eines sorgfältig eingerichteten Grundlichtes drei Viertel (oder auch mehr) der Beleuchtungseinrichtung / der Lichtstimmungen abdecken. Sparen am Grundlicht, um mehr Scheinwerfer für Szenenlichter verfügbar zu halten, führt  im Verlaufe der Beleuchtungsproben meistens zu überflüssiger Mehrarbeit und selten zum beabsichtigten Ziel.
 

Prinzip einer Grundlicht-Einrichtung (schematische Darstellung zum grundsätzlichen Verständnis)

Die Spielfläche ist hier in sechs Spielzonen aufgeteilt, nämlich vorne wie hinten jeweils links, Mitte und rechts.

Jede dieser Spielzonen ist im Sinne eines optimalen Personenlichtes aus zwei Richtungen mit einem Winkel von annähernd 45° zur Betrachtungsrichtung beleuchtet.

Die Größe der Lichtkegel muß dabei so gewählt werden, daß zwischen ihnen in Personenhöhe eine vollständige Abdeckung erfolgt, d.h. die Lichtkreise überlappen einander großzügig.
Beim hier vorzugsweise einzusetzenden Linsenscheinwerfer (PC oder Fresnel) gewährleistet die zum Rand des Lichtkreises abfallende Lichtstärke einen optimalen Ausgleich im Bereich der Überlappung.

In der Praxis werden das Lichtkreise mit einem Durchmesser von 3...4 Metern sein. Grundsätzlich sind auch kleinere Lichtkreise und damit einhergehend eine differenziertere Unterteilung der Spielfläche möglich.

Das mehrfache Überkreuzen der Lichtkegel gewährleistet  mit großer Sicherheit ein sehr dichtes Spiellicht, das versehentliche Erzeugen von “Löchern”, d.h. unzureichend beleuchteten Zonen, ist bei sorgfältiger Anwendung dieses Prinzips fast unmöglich. Sollten dennoch Löcher entstanden sein, ist grundsätzlich eine Korrektur der Grundlicht-Einrichtung dem Einsatz zusätzlicher Scheinwerfer vorzuziehen.

Prinzip einer Grundlicht-Einrichtung

 

 

In den nebenstehenden / nachfolgenden Graphiken ist die Anordnung sowie das Überschneiden der Lichtkegel oberhalb Personenhöhe verdeutlicht.

Grundlicht2-2

 

 

Portalbrücken-Scheinwerfer
- dargestellt sind hier die Lichtkegel der von links einmal die ganze Bühne ausleuchtenden Scheinwerfer. Die Scheinwerfer von der rechten Seite sind dazu symmetrisch eingerichtet

 

Grundlicht3-1

 

 

Schnitt durch Bühne und Zuschauerraum mit  Portalbrücken- und Z-Brückenscheinwerfern

 

Grundlicht4-1

 

 

Spielzonen in größerer Tiefe werden nach dem gleichen Prinzip aus höher liegenden Portal-Positionen oder tiefer in der Bühne liegenden Positionen (Obermaschinerie, Brücken) ausgeleuchtet.

2.ebene-klein

 

 

Zum Ausleuchten sehr langer Vorbühnen  können ggf.  weitere, tiefer  im Saal befindliche Beleuchtungs-Positionen genutzt werden.

lange-Vorbühne-klein

 

 

Die Turmscheinwerfer bedienen den erfahrungsgemäß etwas „toten“ Raum innerhalb des Portals bis kurz dahinter und schaffen einen schönen Übergang vom Portalbrücken-Licht zum Z-Brücken-Licht.

Auf jeden Fall erzeugen sie ein schönes Seitenlicht im vorderen bis mittleren Bühnenbereich.
Im mittleren bis hinteren Bühnenbereich können dafür ggf. Positionen auf den Seitengalereien verwendet werden.

 

Grundlicht5

 

 

Die gleiche Aufgabe erfüllen im Vorbühnenbereich die Scheinwerfer in den Proszeniums-Positionen.

Proszenium-klein

Die vorgestellten Ausführungen zum Grundlicht sind übrigens Ausgangspunkt für die Planung einer Beleuchtungsanlage.
Abschließend bleibt anzumerken, daß das hier vorgestellte Prinzip einer Grundlicht-Einrichtung nur eine, wenn auch sicher die effizienteste und zuverlässigste, von vielen Möglichkeiten ist.
Einige dieser Möglichkeiten werden im nun folgenden Kapitel Grundlicht-Varianten vorgestellt.
Im Kapitel Das Einleuchten einer Bühne in der Praxis wird dann die praktische Vorgehensweise beim Einleuchten eines Grundlichtes beispielhaft beschrieben.
 

Grundlicht-Varianten

Hohes Gassenlicht

Das Gassenlicht kann, wenn es dem Charakter der Inszenierung entspricht, durchaus als selbständiges Grundlicht verwendet werden. Meistens wird es aber mit konventionellem Grundlicht gemischt oder zumindest mit Vorderlicht aufgehellt.

8-hohes-gassenlicht1-1

 

 

 

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Beispiel für eine ausschließlich mit hohem Gassenlicht geleuchtete Inszenierung:
Ein Sommernachtstraum
Landestheater Schwaben
Spielzeit 2007 / 2008
Regie: Walter Weyers
Bühnenbild: Britta Lammers
Beleuchtung: Wolfram Bernard

hohes-gassenlicht-foto

 

 

Niedriges Gassenlicht
(Ballett-Beleuchtung)

ballettlicht-klein

 

 

 

ballettlicht-grundriss-klei

 

 

Alte Spielflächen-Beleuchtung

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Ausleuchtung einer vollständig vom Publikum umgebenen Szenenfläche

szenenflaeche-klein



Das Einleuchten einer Bühne in der Praxis
Bestimmung der  Spielzonen und Beleuchtungspositionen

Bevor ich mit dem Einleuchten beginne, lege ich die Spielzonen fest und bestimme  für jede Spielzone die Scheinwerfer. Im Schema oben habe ich habe ich eine seitliche Dreiteilung – links, Mitte, rechts – verwendet. In der Praxis ist man zumindest für die Portalbrückenscheinwerfer mit einer Vierteilung – links, Mitte-links, Mitte-rechts, rechts – besser bedient. Für die anderen Beleuchtungspositionen muß man es von der Anzahl der verfügbaren Scheinwerfer abhängig machen.

Dann gehe ich auf der Bühne alle Spielzonen ab, ermittle von dort aus die jeweils optimalen Scheinwerfer und trage sie mir in eine schematische Ansicht aller Beleuchtungspositionen ein.
Die optimalen Scheinwerfer sind die, welche mich aus einem Höhenwinkel von ca. 45° treffen, in der horizontalen Richtung sollten sie mich aus einem Winkel von ca. 30° bis 60° zur Achse mein Standpunkt – Mitte Zuschauerraum treffen. Die Turmscheinwerfer dürfen und sollen mich deutlich seitlicher treffen.

(Abbildung: Höhenwinkel, Seitenwinkel)

(Abbildung: Ansicht Beleuchtungspositionen mit Einträgen, handschriftlich)
 

Das „Fokussieren“ der Scheinwerfer

Den so gewonnenen Lichtplan muss ich nun in einer sinnvollen Weise abarbeiten. Ökonomisch ist es, wenn alle Beleuchtungspositionen mit Personal besetzt sind und ich deshalb auf der Bühne bleiben kann.

..in Bearbeitung

(Abbildungen: Aneinandersetzen der Lichtkreise - 4 x von links, 4 x von rechts, Fotos)

 

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Kontakt: Wolfram Bernard,  info@grundlicht.de