Theaterbeleuchtung, Bühnenbeleuchtung, Beleuchtungseinrichtung, Theater-Lichtgestaltung

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Ortsfeste bühnentechnische Einrichtungen - Obermaschinerie

Inhaltsverzeichnis
1.Dekorations- und Lastzüge
1.2.Elektrozüge
1.3.Hydraulikzüge
1.4.Handwindenzüge
1.5.Panoramazüge
1.6.Punktzüge
 

1.Dekorations- und Lastzüge


Dekorationszüge als wichtigster Bestandteil der Obermaschinerie dienen der vertikalen Bewegung von festen oder textilen Bühnenbildteilen zum Zweck des Aufbaus von Bühnenbildern sowie noch viel mehr zur Realisierung von Bildwechseln.
Außerdem werden sie in immer stärker werdendem Umfang zum Hängen von licht- und tontechnischen Geräten eingesetzt.
Vom Punktzug einmal abgesehen bestehen sie aus rampenparallelen (Ausnahme: Panoramazug), in der Tiefe der Bühne hintereinander angeordneten Laststangen, welche manuell oder maschinell von ca. 1 m über Bühnenboden (Arbeitshöhe) bis unter den Rollenboden (als obere Begrenzung des Bühnenraumes) verfahren werden können.
Die Laststangen hängen an Stahlseilen, welche über Umlenkungen auf die jeweiligen Antriebe geführt werden.
(an anderer Stelle noch weiter ausführen: Montage und Verhang von festen und textilen  Hängeteilen sowie von Geräten, Verhältnis Seillänge-Schnürbodenhöhe)

1.1.Handkonterzüge

Beim Handkonterzug erfolgt die Bewegung manuell. Zu diesem Zweck muß das Eigengewicht der Zugstange sowie das Gewicht der eingehängten Bühnenbildteile oder Geräte durch Gegengewichte ausgeglichen werden. Diese werden auf den Gegengewichtsschlitten aufgeladen,  zu welchem alle Stahlseile des Zuges umgelenkt sind.
Die Bedienung erfolgt über ein  separat am Gewichtsschlitten befestigtes Hanfseil (das sogenannte Kommandotau), dieses ist ringförmig über eine obere und eine untere Umlenkung zum Gewichtsschlitten geführt. Die untere Umlenkung ist zum Ausgleich von Längenänderungen im Hanfseil lose aufgehängt und mit Gewichten beschwert.

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Abbildung: Schema Handkonterzug, Beladen des Gewichtsschlittens

Das Beladen der Gewichtsschlitten erfolgt üblicherweise auf ihrem höchsten Stand von einer Ladegalerie aus, während gleichzeitig die Zugstange auf ihrem damit tiefsten Stand mit Bühnenbildteilen oder Geräten belastet wird. Am Bedienstand – dieser kann sich auf Bühnenebene wie auch auf einer Arbeitsgalerie an beliebiger Position im Griffbereich des Kommandotaus befinden – wird das Kommandotau und damit die Position des  Handkonterzuges im Ruhezustand durch einen manuell zu betätigenden mechanischen Feststeller fixiert.

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Abbildungen: Bedienstand mit Feststeller, untere Rolle in der Unterbühne

Beim Verhängen von textilen Bühnenbildteilen muß beachtet werden, daß die volle Belastung des (bereits durch Gewichte ausgeglichenen) Zuges  erst nach Auffahren des Zuges gegeben ist, da die Textilie vorher gerollt oder gefaltet am Boden oder in den Händen der Bühnenarbeiter liegt. Nichtbeachtung führt zur unkontrollierten Aufwärtsbewegung des Zuges.

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Abbildungen: Verhang von festen Hängeteilen, Verhang von Textilien

Die Bedienung von Handkonterzügen ist im Einricht- wie im Vorstellungsbetrieb sehr personalintensiv, außerdem stellt die Reproduzierbarkeit von  szenischen Abläufen erhöhte Anforderungen an das Personal. Deshalb werden sie zunehmend durch maschinell angetriebene Züge mit programmierbarer Ablaufsteuerung ersetzt.

1.2.Elektrozüge

Elektrozüge sind Lastseitig meistens genauso aufgebaut wie der Handkonterzug. Antriebsseitig werden die Seile werden auf elektromotorisch angetriebene Seiltrommeln umgelenkt. Der Antrieb erfordert ein selbsthemmendes Getriebe (z.B. Schneckengetriebe) oder eine zusätzliche Bremse, welche im Ruhezustand festgestellt ist.

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Abbildungen: Seilführung zu den Antrieben, Antriebe auf dem Rollenboden

Eher selten zur Ausführung kommen Einrichtungen, bei denen alle Seile ohne Umlenkung auf eine oberhalb des Zuges parallel zu diesem montierte gemeinsame Welle (bzw. daran montierte Seiltrommeln) gewickelt werden.
Konventionelle Elektrozüge ohne differenzierte Steuerungsmöglichkeit sind den Handkonterzügen im Vorstellungsbetrieb bei der Realisierung szenischer Abläufe unterlegen.
Überlegen sind sie dem Handkonterzug als Lastzüge im reinen Einrichtbetrieb, z.B. zum Verhängen von Licht- oder tontechnischen Geräten sowie zum Aufbau nicht szenisch bewegter Bühnenbildteile. Die Gründe hierfür sind:

  • Die Arbeitserleichterung durch den Wegfall des Aufladens von Gewichten
  • Die Unabhängigkeit von sich ändernder Last während des Einhängens und Auffahrens aufgrund sich ändernder  Position der Last zur Zugstange und zum Bühnenboden (das gleiche gilt beim Abfahren und Aushängen)

Mittlerweile kommen in modernen Theaterbauten Elektrozüge zum Einsatz, deren Geschwindigkeit sich stufenlos steuern läßt und die sich millimetergenau auf Position fahren lassen. Bedient werden sie durch eine programmierbare Ablaufsteuerung.

1.3.Hydraulikzüge

Der Antrieb erfolgt hier über den Hub von Hydraulikkolben. Da dieser Hub Bauartbedingt begrenzt ist (nämlich auf weniger als die die Hälfte der Einbauhöhe), muß dieser regelmäßig durch Verwendung von Flaschenzugeinrichtungen vergrößert werden.

 

Abbildung: Schemazeichnung Hydraulikzug

Die Entwicklung der Elektrozüge ist inzwischen so ausgereift, daß man auf die teuren und aufwändigen Hydraulikanlagen verzichten kann.

1.4.Handwindenzüge

Beim Handwindenzug erfolgt die Bewegung manuell. Mit einer Kurbel wird über ein Getriebe eine Seiltrommel gedreht. Auf diese wird ein starkes Sammelseil gewickelt, an dessen Ende an einem Seilkamm die Zugseile befestigt sind. Das Getriebe ist selbsthemmend, durch Rückwärtsdrehen der Kurbel wird beim Abfahren des Zuges die Hemmung gelöst.
Die Bewegung ist naturgemäß sehr langsam, da zum Bewegen großer Lasten ein Getriebe mit starker Übersetzung eingesetzt werden muß.

Abbildungen: Schema eines Handwindenzuges, Antriebe

Handwindenzüge sind immer dort eine sinnvolle Einrichtung, wo aus baulichen Gründen ein szenischer Einsatz ausgeschlossen ist (z.B. bei fehlender Schnürbodenhöhe oder auf Hinter- und Nebenbühnen) und die Kosten für einen Maschinenzug nicht wirtschaftlich erscheinen.

1.5.Panoramazüge

Panoramazüge sind grundsätzlich wie eine der vier vorgenannten Einrichtungen ausgeführt, sie unterscheiden sich von diesen in Ihrer Anordnung rechtwinklig zur Rampe als seitliche Begrenzung des Bühnenraumes.

Abbildungen: Grundriß Panoramazüge, Foto Bühneraum mit Panorama

1.6.Punktzüge

Punkzüge bestehen nur aus einem Seil mit Antrieb zur vertikalen Bewegung. Am unteren Ende des Seiles befindet sich ein Gewicht und ein Aufhängepunkt (Öse).
Punktzüge sind oft  mobil ausgeführt . Dabei gibt es zwei verschiedene Einrichtungen:

  • Der Antrieb wird als mobiles Teil auf dem Schnürboden frei positioniert
  • Der Antrieb ist fest installiert, die Umlenkungen werden als mobile Teile auf dem Schnürboden frei positioniert.

In beiden Fällen werden die Seile an der beabsichtigten Position durch die Gitterrostdecke geführt.
Im Repertoirebetrieb verwendet man üblicherweise in die Gitterrostdecke passende Einleger, um die Positionen für die verschiedenen Vorstellungen zu markieren.

punktzug

Abbildung:  Mobiler Punktzug auf dem Schnürboden


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